„Die schiebende Kraft“ hinter der InSL

Zurück zum Anfang: Die Frau hinter der InSL im Porträt

Wenn man Geschäftsführerin Kristina Edel nach Monika Bayer fragt, kommt immer eine Antwort: „Ohne sie gäbe es die InSL heute nicht.“ Auch wenn Frau Bayer den Satz nicht gerne hört, ist es doch Grund genug, genauer hinzusehen und die Frau zu treffen, die seit Anbeginn dabei ist.


Seit drei Jahren arbeitet Monika Bayer bereits ehrenamtlich für die InSL. Aber wer nun annimmt, dass das alles gewesen wäre, irrt gewaltig. Denn Frau Bayer war maßgeblich daran beteiligt, dass die InSL ins Rollen kam und überhaupt entstanden ist. Das ist kein Wunder; ihre jahrelange Erfahrung und Kenntnis des Schulwesens sowie ihre aufgeschlossene, gutmütige Art sprachen Kristina Edel sofort an. Frau Bayer erinnert sich noch genau an die Anfänge: „Ich war bis 2016 Schulleitung und Lehrerin für Mathe und Sport an der Grundschule Burgholzhausen.“ Auch die Kinder von Frau Edel besuchten die Schule. „Ihre Tochter war damals in einer Klasse mit mehrsprachigen Kindern, die noch kein Deutsch konnten und damit auch Probleme hatten“, erzählt sie. Frau Edel hätte daraufhin begonnen, ehrenamtlich Sprachtraining für diese Kinder anzubieten. Ferner sei sie auch an beratenden Elterngesprächen beteiligt gewesen und hätte die Eltern aktiv mit eingebunden. Das sei super angekommen, wie sich Monika Bayer erinnert. So begann die erste Zusammenarbeit: „Ich habe dann mit Frau Edel gemeinsam eine Materialsammlung für die Sprachförderung zusammengestellt.“ Die Sprachexpertin hätte Frau Bayer beratend zur Seite gestanden, schließlich war das Thema erst so neu. Frau Edel hätte dadurch auch die Chance bekommen, das anzuwenden, was sie geforscht hätte, erinnert sich Frau Bayer. „Für mich war beziehungsweise ist es bis heute eine wirklich gute Zusammenarbeit!“, stellt Monika Bayer lächelnd fest. Der Bedarf sei groß gewesen und die Bereicherung, so jemand qualifizierten wie Frau Edel an der Seite zu haben, toll, erzählt die ehemalige Schulleitung. „Da musste ja einfach etwas draus werden!“. Die gegenseitige Unterstützung, von der beide viel lernen konnten, zahlte sich aus: Sprachexpertin Kristina Edel ergriff die Initiative und gründete den Verein „InSL e.V.“. Wenn Frau Bayer sie nicht angestoßen und nicht nachgefragt hätte, wäre es so vermutlich nie zur InSL gekommen. Sie bezeichnet sich deshalb selber augenzwinkernd als „schiebende Kraft hinter dem Verein“. Die InSL entwickelte sich mit der Zeit immer mehr. Sprachtraining wurde angeboten und Lehrerinnen und Lehrer weiter qualifiziert. Frau Edel gelang es außerdem, größere Sponsoren zu akquirieren.

Diese besuchten auch die Grundschule Burgholzhausen, um sich ein genaues Bild der Inhalte und Umsetzung zu machen. Frau Edel unterstützte auch den Vorlaufkurs an der Schule, den eine Lehrerin betreut.

Die gute Zusammenarbeit zwischen Frau Edel und Frau Bayer ging deshalb auch weiter: „Wir haben zusammen ein System für die Schulen erarbeitet“, erzählt Monika Bayer. Mit der Flüchtlingskrise im Jahre 2015 sei der Bedarf an Sprachförderung enorm gestiegen, weshalb dann auch andere Schulen auf das erfolgsversprechende Programm aufmerksam wurden. Mit der Zeit wurde auch dann auch ein Konzept für den Kindergarten erarbeitet. Monika Bayer sei es einfach schon immer ein Anliegen gewesen, den vermeintlich Schwachen zu helfen und sie zu fördern, beteuert sie. „Ich habe mich auch immer sehr bemüht, dass alle Kinder im Unterricht mitkommen.“ So war sie auch Verantwortliche für den Förderunterricht – „den habe ich geliebt“, sagt sie lachend.

Und heute? Seit drei Jahren ist die 67-Jährige Friedbergerin in Ruhestand. Das Wort trifft allerdings nur halb auf sie zu, denn aktiv ist sie immer noch; zum Beispiel bei der InSL. „Mir war das Thema Sprachförderung von Anfang an wichtig, deshalb bin ich froh, hier so helfen zu dürfen“, erzählt sie. Das, was Monika Bayer tut, tut sie mit viel Leidenschaft und Optimismus. Durch die Arbeitshefte engagiert sie sich weiter – und das ehrenamtlich. „Ich wollte etwas tun, bei dem ich zeitlich nicht an einen festen Termin gebunden bin und da ist so eine Arbeit perfekt geeignet.“

Den zeitlichen Freiraum benötigt sie auch: „Ich bin öfter in Berlin unterwegs, um meine Enkelkinder zu besuchen.“ Denn von ihren zwei Söhnen, habe einer zwei Mädels bekommen, berichtet sie. „Für sie nähe ich dann immer, das ist eine tolle Arbeit, die auch schnell fertig ist.“. Doch neben dem Stricken und Nähen gibt es noch eine weitere Leidenschaft: das Lesen. „Ich liebe alles daran!“, berichtet sie strahlend.

Aber auch in den Arbeitsheften findet sie Erfüllung, da der Bedarf auch einfach groß sei. Sie habe sich nun mit „Microsoft Word“ vertraut gemacht und sei fit daran. „Ich sitze lange an den Materialien für die Arbeitshefte – ich bin sehr perfektionistisch“, klärt sie lachend auf. „Ich genieße sehr, dass ich so gesund bin und alles machen kann“, betont sie dankbar. Deshalb engagiere sie sich auch noch ehrenamtlich beim Kinderturnen – „das macht einfach so viel Spaß mit den Kleinen!“. Und wirklichen Termindruck gibt es dabei auch nicht.

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